Montag, Juli 11, 2016

Zuhause ist es doch am Schönsten!

Nun haben wir schon viel von unseren großen und kleinen Abenteuern in der ganzen Welt erzählt, da wird es auch einmal Zeit von einem schönen kleinen Fleckchen in Deutschland zu berichten, das wir unser Zuhause nennen dürfen: Das Weserbergland. Ich werde in Zukunft mal den ein oder anderen Beitrag hierzu in unseren Blog einsteuern.


Als wir heute eine wunderbare Fahrradtour über den Weserradweg unternommen haben, ist es uns mal wieder bewusst geworden: Zuhause ist es doch am Schönsten! Spontan frei genommen, los gefahren und erst einmal mit dem Rad mit gutem Tempo an der Weser entlang. Über die Weserbrücke, durch kleine Wäldchen, vorbei an herrlichen Rastplätzen unter großen alten Eichen und durch Kornfelder, die im Wind wehten (und oh Mann, war das heute ein (Gegen-)Wind!). In Fischbeck machten wir eine kleine Essenspause und überlegten, wo es nun hingehen könnte? Nach Hameln, ein Eis essen? Irgendwo ins Wasser springen?... Wir entschieden uns für eine "kleine" Tour zu den Klippen des Hohensteins. Unten am Fuß des Berges, in der Nähe der Pappmühle gibt es ein Wassertretbecken und dort hat man auch die Möglichkeit frisches Wasser aus einem Wasserspeier direkt aus der Quelle zu trinken. Das konnten wir bei dem Anstieg auch gut gebrauchen!


Noch eine Etappe leicht bergauf bis zur Baxmannbaude, einer kleinen Hütte im Wald, die aber leider unter der Woche nicht geöffnet hat, und wir standen vor dem Schild "Hohenstein, noch 1,2km". "Das ist doch zu schaffen!", sagte Jens und ich lugte kurz um die Ecke, um die Steigung des Berges zu begutachten. Wir waren schon schweißgebadet, die Sonne schien, aber zur Not konnte man ja schieben. 

Am Hohenstein hat man die Möglichkeit entweder den normalen, um den Berg gewundenen Waldweg hochzugehen (oder mit dem Rad zu fahren) oder direkt (gerade hoch) die steilen, alten Steintreppen zu nehmen. Wir fuhren ein Drittel des Berges mit dem Rad und entschlossen uns dann den Rest des Berges über die alten Stiegen zu erklimmen. Es ist zwar nur ein Weg von 1,2km, aber dieser erstreckt sich über rund 340 Höhenmeter steil bergauf. Ziemlich anstrengend, wenn man mittelsportlich ist, wie wir, und vorher schon 25km Rad gefahren ist. Aber oben wird man mit einen tollen Blick über das Wesertal belohnt. Ein bißchen vorsichtig muss man schon sein, wenn man sich auf den Felsvorsprung direkt über den Klippen wagt (es war seeehr windig!), aber wir saßen dort eine ganze Weile und genossen den Ausblick. Rechts vom Felsvorsprung ist eine Felsspalte, in die wir dann noch hinunter kletterten. Weiter darf man leider in diese Richtung an den Klippen nicht entlang, hier sind Wald und Tiere durch einen Zaun vor ungebetenen Gästen geschützt.


Schön, wenn man dann den Rückweg antritt, denn nun geht es nur noch bergab! Jens fuhr die letzten Steinstufen mit seinem Mountainbike, ich entschied mich für den gemütlichen Waldweg. Und unten bekamen unsere beanspruchten Füße erst einmal eine schöne Abkühlung in kalten Blutbach und in dem zugehörigen Wassertretbecken. Aus dem Wasserspeier tranken wir soviel Wasser, dass die vorbeikommenden Spaziergänger den Eindruck gehabt haben mussten, wir wären einmal durch die Wüste gelaufen. 


Auf dem Nachhauseweg haben wir abschließend mit einem liebevoll aufgebrühten Kaffee bei DieBarista, dem neuen, kleinen (und ganz tollen!) Coffeeshop in der Langen Straße in Hessisch Oldendorf entspannt. Als wir draußen auf der Bank und an dem Tischchen aus alten Paletten saßen, fühlten wir uns fast wie im Urlaub. Es war ein bißchen wie damals in Sydney, als wir unseren Kaffee immer auf alten Kaffeekisten an der Straße vor Bertoni Coffee zu uns nahmen...

Donnerstag, April 14, 2016

Transatlantik 2016: Mit Kanonen auf Spatzen


Nach dem kleinen Nervenkitzel am gestrigen Tage, beschlossen wir, es heute ruhiger angehen zu lassen und strichen den Ausflug auf den Vulkan, den ich gern gemacht hätte, von unserer Liste. Stattdessen fuhren wir ganz entspannt mit dem Bus in die Innenstadt von Arrecife.

Arrecife ist ein sehr nettes Städtchen mit kleinen, weißen Häusern mit blauen Fensterläden und Brüstungen. Um das Hafenbecken waren kleine Marktstände aufgebaut, an denen man allerlei Krimskrams kaufen konnte und die Innenstadt war mit ihren Geschäften auch sehr nett, so dass wir doch noch ein wenig shoppten. 


Direkt vor dem Städtchen im Meer ist das Castillo de San Carmen zu finden, das im 16. Jahrhundert zum Schutz gegen Piraten errichtet worden war. Eine sehr schöne kleine Festung, an der wir etwas auf den Felsen herumkletterten und die Kinder die Kanonen bewunderten. Mia war begeistert und wenn sie heute von der Reise erzählt, ist das Castillo immer ein Hauptteil ihrer Erzählungen, allein wegen der Piratengeschichten.
An der Promenade beim Castillo ließen wir uns nieder und bestellten Sangria, bei dem wir den schönen Blick auf die Festung genossen und Mia und Amy auf dem benachbarten Spielplatz spielen ließen. Es war noch einmal richtig schön warm und sonnig und das Meer vor Arrecife glänzte türkis zwischen den dunklen Lavasteinen. 

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Pooldeck, hauptsächlich im Whirlpool und genossen einen letzten Tag die Sonne und die Wärme. Am nächsten Tag würden wir auf Teneriffa anlegen und dann ging es leider schon nach Hause. Ein bisschen freuten wir uns nach 17 Tagen auf Reisen auch darauf, aber ein anderer Teil in uns wäre gern noch auf dem Schiff geblieben. Hätte es doch die Möglichkeit gegeben, mit etwas mehr Jahresurlaub (und etwas mehr Geld) noch weitere 14 Tage an Board zu bleiben und dann direkt in Warnemünde auszusteigen.

Als wir uns für das Abendessen fertig machten, rief Jens Mia und mich aus der Kabine auf den Balkon. Mia machte sich gerade zum Duschen bereit und rief zurück: „Okay, ich komme kurz nackig raus!“, sah durch die Balkontür und machte sofort auf dem Absatz kehrt mit den Worten: „Okay, ich ziehe mir doch schnell was an!“. Die AIDAsol lag heute vor unserer AIDAdiva im Hafenbecken, hatte eine Stunde vor uns abgelegt und fuhr nun (sehr dicht) an unserem Balkon vorbei, während ihre Passagiere auf den Balkonen und Außendecks standen und uns zuwinkten und johlten. Es war nur das Passieren eines anderen Schiffes, aber es bereitete einem doch Gänsehaut!

Beim Abendessen ließen wir unsere Reise Revue passieren und sagten immer wieder: „Ich will noch nicht nach Hause!“. Wir saßen auf dem Balkon eines der Restaurants und die Sonne ging langsam über Lanzarote unter, bis die Insel am Horizont verschwand und wir in der Dunkelheit auf unseren Balkon umzogen und zu Dritt noch einmal dem Klang der, an das Schiff peitschenden, Wellen, lauschten, während Mads in der Kabine friedlich schlief. Nicht wissend, was er in seinem zarten Alter bereits für ein Abenteuer erlebt hatte…

Ps.: Besten Dank an Frau Ina Greenhill vom Reisebüro Greenhill, die uns bei der Planung aller Bestandteile dieser Reise so toll unterstützt hat, indem sie es für uns mit starken Nerven in sämtlichen Warteschleifen aushielt, immer eine noch günstigere Idee für die einzelnen Bausteine hatte (Ich sage nur Transfers!) und so nett mitgefiebert hat, dass am Ende alles so klappt, wie geplant!

Mittwoch, April 13, 2016

Transatlantik 2016: Verloren auf Gran Canaria


Auf Gran Canaria wollten wir unbedingt zu den Dünen von Maspalomas. Aber schnell kam die Ernüchterung. Avis am Hafen hatte leider keine Autos mehr zum Verleih anzubieten und die Taxifahrer wollten für Inselrundfahrten unverschämt viel Geld (für uns alle – nach Verhandlung – 180€ für 4 Stunden). Man merkte, dass wir nicht mehr in der entspannten (und günstigen) Karibik waren. Jens hatte dann nach einigem hin und her die zündende Idee: „Frag doch mal die Polizisten dort drüben, ob die eine Idee haben!“. Denn was hat man schon im Kindergarten gelernt? Wenn du nicht weiter weißt, frag einen Polizisten. 


Glücklicherweise sprach eine Polizistin aus der Gruppe Englisch (ich hatte schon Angst mit meinem krepeligen Spanisch weiterkommen zu müssen!). Sie zeigte auf den Taxistand und sagte zu mir: „Taxi no good, too expensive!“. Ja, da hatte sie wohl Recht! Sie erklärte uns, dass wir über einem unterirdischen Busbahnhof wären und theoretisch einen Bus nach Maspalomas nehmen könnten. Oder ob wir auch einen Mietwagen in Betracht ziehen würden. Ich erklärte ihr, dass es am Hafen leider keine Mietwagen mehr gab und das auch unsere erste Wahl gewesen wäre. Daraufhin zückte sie ihr Handy und rief ihren Freund Raoul an, der in einer kleinen Autovermietung arbeitete. Sie hielt mir das Telefon hin und ich handelte mit Raoul ein Fahrzeug in Bulligröße für 8 Personen für 60€ den Tag aus. Die freundliche Polizistin erklärte uns noch den Weg zur Autovermietung, die etwas versteckt in einer der vielen Sträßchen von Las Palmas zu finden war. Dann sagte sie mir noch, dass sie Polizistin wäre und wir nicht denken sollten, dass sie von Raoul irgendeine Art Provision bekommen würde. Sie liebe einfach nur ihre Insel und wolle nicht, dass Touristen nicht wieder kommen, weil sie am Hafen von Taxifahrern ausgenommen werden würden. Ich nahm ihr jedes Wort ab! 

Die Autovermietung von Raoul hätten wir ohne polizeiliche Hilfe natürlich nie gefunden und selbst wenn, weiß ich nicht, ob wir es riskiert hätten, in dieser kleinen Butze ein Auto zu mieten. Auto Sansu hat nur ein sehr kleines Büro in der Straße Luis Morote 48. Raoul war umwerfend nett! So nett, dass es mich glatt ein wenig misstrauisch machte und ich ihn erst einmal mit Fragen wie „Is the insurance included?“ oder „How much are the baby seats?“ löcherte
Aber es war ALLES inklusive, sogar die Kindersitze für Mads und Amy und eine Sitzschale für Mia. Das Fahrzeug holte er uns bis vor das Büro. Es war an allen Ecken mit Kratzern und Dellen übersäht, aber wir dachten uns, dass das ja sicherlich von Vorteil wäre, sollte durch uns irgendeine Macke dazu kommen. Aber…es hatte kein Navi. Benny fuhr, ich saß mit einer groben Touristenkarte von Gran Canaria auf dem Beifahrersitz und der Rest saß in den zwei Reihen hinter uns. Aus den kleinen Straßen der Innenstadt von Las Palmas mit ihren 1000 Einbahnstraßen herauszukommen, gestaltete sich etwas schwierig, aber mittels grandioser Navigation („Das Meer muss immer links sein!“) schafften wir es schließlich auf eine Autovia und kamen auch tatsächlich in Maspalomas an. 


Die meisten Ecken Gran Canarias reizten mich nicht besonders. Playa del Ingles z.B. war eigentlich nur eine Ansammlung von Hotelbunkern, allerdings mit einer ganz schönen Promenade. In Maspalomas spazierten wir am Leuchtturm vorbei, sahen zu wie Künstler virtuose Sandburgen bauten und aßen schließlich in einem kleinen Restaurant am Ende der Promenade, an der bereits ein kleiner Bretterweg Richtung Dünen führt. Ich aß Paella und sie war wirklich grandios!

Wir ließen uns am Strand nieder und hielten unsere Füße ins Wasser. So heiß wie der Sand war, meinte man fast, dabei ein Zischen hören zu können. Das Wasser war allerdings seeeehr kalt und leider nicht so schön klar wie auf den vorherigen Inseln. Mia und ich wanderten eine ganze Ecke am Strand entlang und erklommen eine Düne, auf der wir uns erst einmal nieder ließen. Ich ließ die weitläufige Dünenlandschaft auf mich wirken und musste unweigerlich an Jens und meinen ersten Urlaub auf Fuerteventura denken. „Mama, warum sind hier eigentlich so viele nackte Menschen?!“ sagte Mia schließlich etwas angewidert in die Stille hinein. Ich erklärte ihr, dass das hier so ist und man es FKK nennt. Mia sah mich an und bat mich inständig, dass ich mich doch aber bitte nicht ausziehen sollte, weil sie das „voll peinlich“ fände. Das war nun ein Versprechen, dass ich ihr gerne geben wollte, sagte ich schmunzelnd. 


Die Rückfahrt…jaaaa…die Rückfahrt gestaltete sich etwas schwieriger. Bis nach Las Palmas war es prinzipiell kein Problem, bis dahin hatten wir uns nur einmal kurz verfahren und konnten das Ganze an einer Abfahrt der Autovia wieder gerade biegen. Auch hatten wir – eigentlich – einen guten Zeitpuffer eingebaut. Als wir dann nach Las Palmas kamen, hatten wir allerdings weder eine Karte, noch einen konkreten Plan, wie wir Raoul und seine kleine Verleihbutze wieder finden würden. Unsere Navigation beinhaltete lediglich: „Wenn wir das Schiff rechts sehen, müssen wir irgendwo links rein“. Wir fuhren nach Las Palmas hinein und orientierten uns zunächst einmal an allen Schildern, die uns zum „Puerto de la Luz“ führten. Irgendwann, wir hatten noch eine Stunde zum boarden, kam auf der rechten Seite tatsächlich die Aida in Sicht und noch bevor ich: „Jetzt müssen wir links rein!“ sagen konnte, tauchte die mehrspurige Straße in eine Unterführung ein. Als wir wieder hoch kamen, lag das Schiff bereits hinter uns und wir versuchten verzweifelt irgendwie links in die kleinen Sträßchen zu gelangen. Hier und da noch Einbahnstraßen und sogar zwischen den kleinen Sträßchen noch Unterführungen. Langsam stand mir der Schweiß etwas auf der Stirn und man merkte auch den anderen im Auto an, dass die Stimmung angespannter wurde. 

Noch 45 Minuten bis zum finalen Boarden. Ich fragte einen Taxifahrer nach dem Weg und trotzdem gelangten wir über eine Einbahnstraße wieder genau dahin, wo wir nicht hin wollten. Und dann plötzlich hatte ich eine Eingebung, lotste Benny nach links, nach links und nach zwei Straßen nach rechts und mit Blick auf den Stadtstrand von Las Palmas tauchte Sansu Autos wie aus dem Nichts auf der rechten Seite auf. Ein Aufatmen ging durch den Wagen! Raoul war immer noch unheimlich nett, nahm uns den Wagen ab, kontrollierte noch nicht einmal, ob wir getankt hatten (hatten wir natürlich!), und bat uns sogar an, uns zum Hafen zurück zu fahren. Wir bedankten uns herzlich bei ihm, beschlossen aber in Ruhe zu Fuß zurück zu gehen. Ein paar Minuten hatten wir ja noch, bevor wir an Board sein mussten und etwas frische Luft würde jetzt gut tun.

Dienstag, April 12, 2016

Transatlantik 2016: Die Altantiküberfahrt oder "Wir lagen vor Madagaskar"


„Das nächste Land hier ist der Meeresboden in 8km Entfernung“, berichtet der 3. Wachoffizier von der Brücke zwischenzeitlich und einem wird klar: „Jetzt sind wir mitten auf dem Atlantik!“. Sechs Tage dauert unsere Überfahrt von Barbados nach Gran Canaria, aber gegen alle Unkenrufe kommt Gott sei Dank keine Langeweile auf und das Wetter spielt auch mit. Dafür haben wir zwischenzeitlich so starken Seegang, dass man aus einem Fenster im „Marktrestaurant“ mal nur komplett Meer und mal nur komplett Himmel sieht. Dennoch wird keiner von uns Seekrank oder bekommt anderweitige Probleme. 


Die Abende verbringen wir meist auf unserem Balkon und schauen bei einem Glas Wein auf die schaumigen Wellen. Einmal streuen wir für unsere kleine Ida Blüten ins Meer und sehen zu, wie sie in der endlosen Dunkelheit verschwinden. Oft sitzen wir auch mit den anderen noch auf einen Wein auf der Terrasse eines der Restaurants oder trinken Cocktails auf einer Poolparty. Und natürlich wurden auch die Champions League Spiele an Deck übertragen, so dass Jens und Robert (und anscheinend sämtliche Männer des Schiffes) sich zum Public Viewing in der Bar versammeln konnten. Als Mia und ich die Bar einen dieser Abende betraten, scherzte ich mit einer Frau, die gleichzeitig ankam, dass man, sollte man einen Mann bräuchte, doch hier definitiv fündig werden müsste. 


Tagsüber sind wir meist am Pool auf dem obersten Deck (und schwappen bei starkem Wellengang im Wasser hin und her, wie in einem Wellenbad, juchuu!) oder am Kinderpool am Heck des Schiffes. Mads krabbelt umher, spielt mit dem dort vorhandenen Spielzeug oder springt mit seinen Schwimmflügelchen in den 30cm tiefen Pool. Mia geht auch ab und zu mal in den schiffeigenen Kids Club, bastelt dort oder probt für eine geheime Aufführung. Einen Abend auf See werden wir dann aufgeklärt, dass die Kinder auf der großen Bühne etwas vorführen werden. Mia ist stolz ohne Ende, als der „Dschungeltanz“ vorbei ist und sie sich am nächsten Morgen auch noch im Board-TV sieht. 
Und dann, eines Tages nach seinem Mittagsschläfchen auf der Kabine, steht Mads an eine Kabinenwand gelehnt, dreht sich um und läuft mir direkt in die Arme. Jens und ich jubeln und sind überglücklich! Er läuft!!! Und wer kann schon von sich behaupten mitten auf dem Atlantik das laufen gelernt zu haben!!!

Hin und wieder hat unser Schiff auch Begleiter auf seiner Überfahrt, so gesellt sich einen Tag ein Wal zu uns und wir können von der Reling aus beobachten, wie er Wasserfontainen in die Luft schießt. Einen anderen Tag verfolgt uns eine ganze Delphinschule über mehrere Stunden und fliegende Fische springen auch hin und wieder mal neben dem Schiff her. 

Jede Nacht wird die Zeit um eine Stunde vor gestellt, so sind Jens und ich irgendwann abends auf dem Balkon nicht mehr allein (Mia liegt dann bei uns in der Hängematte und erzählt uns ausgiebig von ihren Erlebnissen des Tages) und wir verpassen morgens nun öfter das Frühstück und gehen dafür Brunchen oder gleich zum Mittag. Auch nicht schlimm, da man mit so einer Vollverpflegung ja prinzipiell sowieso nur am Essen ist. Dafür bleibt es nun abends auch immer ein bisschen länger hell und so sehen wir beim Abendessen auf der Terrasse des „Weite Welt Restaurants“ die schönsten Sonnenuntergänge.

Am 6. Seetag fängt der 3. Wachoffizier von der Brücke bei seiner täglichen 13h Durchsage an „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Board“ zu singen. Wir schauen uns an, lachen und fragen uns, ob es doch langsam mal wieder Zeit wird irgendwo anzulegen.

Mittwoch, April 06, 2016

Transatlantik 2016: Die Flut von Barbados


„Ich muss den Crane Beach sehen“, denke ich. Der Crane Beach soll einer der Top 10 Strände in der Karibik sein. Nur die Taxifahrer in Bridgetown auf Barbados sind leider nicht sehr kooperativ. Sie wollen viel Geld und am besten auch noch, dass jedes unserer Kinder (wir sind wieder mit Jenny und Benny unterwegs) auch noch voll bezahlt. Wir verhandeln und als alles nichts hilft, gehen wir ein paar Schritte und schon kommt der nächste Taxifahrer auf uns zu und bietet uns eine Tour zum Crane Beach und danach zum Carlisle Beach für 25$ (Kinder frei) an. Wir schlagen zu und brausen über die Insel, vorbei an kleinen, bunten Hütten und schier endlosen Zuckerrohrplantagen. 


Der Weg zum Crane Beach ist schon ein kleines Abenteuer und am Ende muss man an einer Felsklippe entlangklettern (es sind aber in Sprungweite immer Betonplatten eingelassen), an der links von einem die Brandung hoch peitscht. Ich mache mir etwas Sorgen um die Kinder, aber Mia hopst fröhlich von Platte zu Platte und Mads bekommt von all dem überhaupt nichts mit, da er auf Jens Arm tief und fest schläft. Der Strand ist wirklich schön, eingerahmt von hohen Felswänden und auf der linken Seite befindet sich das Crane Beach Hotel auf einer der Klippen. Hinter dem Strand wehen Palmen im Wind. Leider ist es etwas bewölkt, also muss man alles erst einmal auf sich wirken lassen.
Der Crane Beach liegt an der Atlantikküste von Barbados und der Wellengang ist demnach nicht zu unterschätzen. Wir legen unsere Sachen am Strand in sicherer Weite zum Meer ab und erkunden den Strand. Mia und ich stürzen uns gleich in die Wellen bzw. gehen Wadentief ins Wasser und werden dennoch von den hohen Wellen umgerissen. Als wir herauskommen, sind wir etwas verwundert, denn Jens und Jenny halten all unsere Sachen (und die Babys!) hoch, die alle triefnass sind. Wir hatten wirklich Glück, denn eine Welle ist tatsächlich soweit an den Strand gekommen, dass sie mein Kleid, unseren Rucksack und Mads & Amy ins Meer gezogen hat. Gott sei Dank hat Jenny eine bemerkenswerte Reaktion und sich als erstes auf die Kinder gestürzt, sonst wären sie wohl auf Nimmerwiedersehen in den Fluten verschwunden. Jetzt klingt es fast ein bisschen lustig, aber vor Ort schlug mir das Herz bis zum Hals. 

Am Carlisle Beach soll alles wieder vollkommen entspannt zu gehen. Mal abgesehen davon, dass unser Taxifahrer plötzlich weitere 5$ für die Rückfahrt zum Hafen nehmen will und Jenny und ich daher zahlreiche andere Taxifahrer „aufreißen“ und mit ihnen verhandeln, war es hier herrlich. Wieder liegen wir vor zwei kleinen Holzbuden mit Getränken und leihen uns für die Kinder Sonnenschirme für 5$ (die allerdings nie jemand einfordert). Das Meer hat Badewannentemperatur und ist nun wirklich keine Abkühlung, aber wie immer türkis und glasklar und vorallem wellenfrei. Daher dürfen alle wieder unbehelligt planschen!
Ein Stückchen den Strand hinunter kann man mit einem kleinen Boot zu einer Sandbank fahren, an der man Wasserschildkröten sehen kann. Ich verhandele mit dem Betreiber und wir hätten für 15 statt 40$ mitfahren können, sind aber alle noch zu geschafft von unserem vorherigen Abenteuer.